Der Lechweg an einem verlängerten Wochenende – vier Etappen von der Quelle bis Elbigenalp
· Lechweg
Der Lechweg läuft in sieben Etappen von der Quelle bis nach Füssen. Wer nur ein verlängertes Wochenende hat, nimmt die ersten vier — und bekommt dafür den Teil, wegen dem man diesen Weg überhaupt geht: den Formarinsee unter der Roten Wand, die Hochlagen um Lech und Warth, und den Abstieg ins Tiroler Lechtal.
Die hinteren drei Etappen sind länger und flacher; sie führen durch das breite Tal bis ins Allgäu. Schön, aber nicht das, was ein knappes Wochenende hergeben sollte.
- Abschnitt
- Etappen 1 – 4 von 7
- Strecke
- 57,4 km
- Gehzeit pro Tag
- Ø 5:15 h
- Aufstieg
- 1.266 hm
- Schwierigkeit
- leicht bis mittel
- Nächte
- 3
Die vier Tage
- Tag 1Donnerstag
Formarinsee → Lech am Arlberg
14,4 km · 5:00 h · 152 hm
Der Tag beginnt nicht am See, sondern in Lech: dort steht das Quartier, und von dort fährt der Wanderbus am Morgen hinauf zum Formarinsee. Am See fängt der Lech an, und der Weg folgt ihm von der ersten Minute an talwärts — fünf Stunden fast nur bergab, zurück an den Ausgangsort. Das hat einen praktischen Nebeneffekt: du schläfst zweimal im selben Bett und trägst am ersten Tag nur, was du wirklich brauchst.
- Tag 2Freitag
Lech am Arlberg → Warth/Lechleiten
14,2 km · 5:00 h · 465 hm
Die einzige Etappe des Wochenendes, die mehr steigt als fällt. Sie bleibt hoch, oberhalb des Tals, mit dem Blick zurück auf die Lechquellenberge. Am Ende liegt Warth — ein kleiner Ort, an dem im Sommer deutlich weniger los ist als im Winter.
- Tag 3Samstag
Warth/Lechleiten → Holzgau
15,4 km · 6:00 h · 229 hm
Der längste Tag der vier und der Grenzübergang: hinter Lechleiten endet Vorarlberg, dahinter beginnt Tirol. Der Weg verliert dabei fast 600 Höhenmeter und wechselt den Charakter — aus Hochlage wird Talweg. Holzgau ist ein alter Ort mit bemalten Häusern; bei ihm hängt die Hängebrücke über dem Höhenbachtal.
- Tag 4Sonntag
Holzgau → Elbigenalp
13,4 km · 5:00 h · 420 hm
Die kürzeste Etappe, aber die einzige mit der Bewertung mittel: sie verlässt den Talboden und steigt noch einmal auf 420 Höhenmeter an. Elbigenalp ist der größte Ort im hinteren Lechtal und der Punkt, an dem dieses Wochenende sinnvoll endet — wer weitergeht, hat ab hier drei lange Etappen vor sich.
Warum die ersten vier und nicht die letzten
Der Lechweg wird talwärts gegangen, und er verliert dabei stetig an Höhe. Die vier ersten Etappen liegen zwischen 1.800 und rund 1.000 Metern, die drei letzten führen durch das offene Tal bis Füssen. Das sind zwei verschiedene Landschaften — und wenn nur eine ins Wochenende passt, ist es die obere.
Dazu kommt die Rechnung: Etappe 5 bis 7 sind 19,7, 20,9 und 24,6 Kilometer lang, die letzte mit zehn Stunden Gehzeit. Vier Tage reichen dafür nicht. Die ersten vier liegen dagegen alle zwischen 13 und 16 Kilometern und bei fünf bis sechs Stunden — vier gleichmäßige Tage statt drei langer.
An- und Abreise — und warum das hier mehr Planung braucht
Ehrlich vorweg: Anfang und Ende liegen nicht an der Schiene. Der Formarinsee ist über den Wanderbus ab Lech erreichbar (Linie 707 ab Dorfhus Lech, rund 30 Minuten), Elbigenalp liegt im Lechtal und wird mit dem Regionalbus bedient. Fahrplan und Preise ändern sich — prüfe sie vor der Anreise beim Lechweg selbst.
Der Bus zum See fährt außerdem nur zwischen Mitte Juni und Anfang Oktober. Das ist kein Detail am Rande, sondern die äußere Grenze dieses Wochenendes: ohne ihn beginnt der Weg nicht an der Quelle.
Der Vorteil dieses Abschnitts gegenüber der ganzen Tour: du bleibst im selben Talsystem. Wer die vollen sieben Etappen geht, endet in Füssen und damit in einem anderen Land als am Start.
Wo du übernachtest
Vier Nächte, drei Orte: zweimal Lech am Arlberg (die Nacht vor dem Start und die nach der ersten Etappe), dann Warth und Holzgau. Am Formarinsee selbst gibt es keine Unterkunft — deshalb die Nacht davor unten im Ort.
Lech und Warth sind Wintersportorte mit entsprechend vielen Betten, die im Sommer nicht alle belegt sind. Welche Häuser an deinen Daten frei sind, sucht der Reiseplaner für jede Nacht live bei den Buchungspartnern. Gebucht wird dort, wir bekommen dafür eine Provision.
Wann du gehen solltest
Ende Juni bis Anfang Oktober — dieselbe Spanne, die für den ganzen Lechweg gilt. Sie hängt an zwei Dingen, die beide diesen Abschnitt betreffen: Altschnee in den Hochlagen um den Formarinsee im Frühsommer, und der Wanderbus, der außerhalb der Saison nicht fährt.
Für die hinteren Etappen wäre das Fenster größer — unten im Tal ist länger frei. Wer die oberen vier geht, ist an die kurze Bergsaison gebunden.
Wenn du drei Tage hast statt vier
Dann lass den ersten Tag weg und starte in Lech: Lech → Warth → Holzgau → Elbigenalp, 43 Kilometer, zwei Nächte. Du verzichtest damit auf den Formarinsee und den Anfang des Flusses, sparst aber die Busfahrt und eine Vorabnacht.
Umgekehrt gilt: wer die ganze Woche hat, geht die sieben Etappen bis Füssen — dafür ist die Tour gebaut, und die Reiseform „Gesamte Tour" wählt sie im Planer mit einem Klick.
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